"Ärzte ohne Grenzen": Weiter viele Flüchtlinge
Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" rechnet auch für das neue Jahr mit anhaltend hohen Flüchtlingszahlen in aller Welt.
Es gebe immer noch viele Menschen in Not, die auf Hilfe angewiesen seien, sagte der Präsident der deutschen Sektion, Volker Westerbarkey, dem Hörfunksender NDR Info. Als Beispiele nannte er die Situation der Rohingya in Myanmar oder die Lage im Südsudan.
Westerbarkey forderte die Gesellschaft auf, ihre Einstellung gegenüber geflüchteten Menschen zu ändern. Es dürfe nicht als Erfolg gewertet werden, wenn möglichst wenig Menschen nach Deutschland kämen. "Sondern es ist ein Erfolg, wenn mehr Menschen Hilfe bekommen, die sie brauchen."
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Unter zum Teil schwierigsten Bedingungen versorgen Medizinerinnen und Mediziner von "Ärzte ohne Grenzen" Patienten. Die Hilfsorganisation verzeichnet in Deutschland einen Spendenrekord. Weltweit erschweren zunehmende Krisen die Arbeit.
Hilfsorganisationen haben Unterstützung für die Flutgebiete im Ostkongo angemahnt. In der Provinz Süd-Kivu seien Hunderte Häuser durch Überschwemmungen und Erdrutsche zerstört worden, erklärte die Diakonie Katastrophenhilfe.
Von der nächsten Bundesregierung erhofft sich "Ärzte ohne Grenzen", dass sie in der Flüchtlingspolitik die Werte und Grundsätze aufrecht erhält, zu denen auch die humanitäre Hilfe gehöre: "Es sollte nicht um politischen Machterhalt gehen, um Prozentpunkte in den Wahlen, sondern darum, Menschen in Not zu helfen." Westerbarkey sieht zudem die Europäische Union in der Pflicht. Europa sei eine der reichsten und wohlhabendsten Regionen der Welt und müsse deshalb seiner Verantwortung gerecht werden.